U2 Poster

Leben & Werk

Außer den Rolling Stones gibt es nur wenige Bands, die auf eine ähnlich lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken können wie die aus Dublin stammende Gruppe U2. Im Oktober 1976 sucht der vierzehnjährige Larry Mullen Jr. (Schlagzeug) per Aushang am schwarzen Brett seiner Schule Musiker für eine neue Band. Wenig später treffen sich Mullen, Adam Clayton (Bass), Paul „Bono“ Hewson (Gesang), Dave „The Edge“ Evans (Gitarre), dessen Bruder Dik Evans (Gitarre) und Ivan McCormick (Gitarre) zu einer ersten Session im Haus von Mullens Eltern. Nach 18-monatigen Proben nennt sich die als „Feedback“ gegründete Band 1978 in „The Hype“ um und nimmt in Limerick an einem Nachwuchswettbewerb teil, den sie gewinnt. In der Jury sitzt auch Jackie Hayden von CBS Records, der so begeistert ist, dass er die Gruppe zu Demo-Aufnahmen ins Studio einlädt. Punkrock-Guru Steve Averill rät kurz darauf zu einem nochmaligen Namenswechsel und schlägt U2 – die Bezeichnung eines deutschen U-Bootes – als einprägsames Markenzeichen vor. Dass „U2“ als Kürzel für „you too“ und damit als Verweis auf die Partizipation des Publikums gedacht gewesen sei, streitet Bono heute ab. 1978 wird zuerst McCormick aus der Band ausgeschlossen (mit dem Argument, er sei zu jung für die Clubs), dann verabschiedet sich auch Dik Evans (später bei den Virgin Prunes). Im Mai desselben Jahres wird Paul McGuinness Manager von U2. Das Quartett veröffentlicht im September 1979 die Single „U2-3“, die bis an die Spitze der irischen Charts klettert. Das bereits bei Island Records erschienene Debüt-Album „Boy“ (1980) definiert nicht nur den Stil der Band, sondern eine ganze Stilrichtung, die für die Musik der Achtziger wegweisend sein soll: Offene Gitarrenakkorde, harte Schlagzeugrhythmen und ein monotoner Bass untermalen den charismatischen Gesang Bonos. Als das 1981er Album „October“ in den Handel kommt, gelten U2 als christliche Rocker, die keinen Hehl aus ihren Überzeugungen machen. Auf „War“ (1983) befindet sich die Single „Sunday Bloody Sunday“, ein Stück über den irischen Blutsonntag aus dem Jahr 1972, das zur ersten Kult-Nummer der Band wird. Mit der Single „New Year’s Day“ von der Live-EP „Under A Bloodred Sky“ gelingt U2 ein internationaler Erfolg, der mit dem von Brian Eno und Daniel Lanois produzierten Album „The Unforgettable Fire“ 1984 zementiert wird. Bonos Texte sind nun noch komplexer, noch engagierter. Die Single „Pride (In The Name Of Love)“ ist ein Tribut an den amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King. Mit „The Joshua Tree“ legen die vier Iren 1987 ihr Meisterwerk vor. Das ausgefeilte Album beschreitet eine neue musikalische Ebene und erreicht in Europa und Übersee die Spitzen der Charts. Die nachfolgende Stadien-Tournee ist ausgebucht. Mit der Doppel-LP und dem gleichnamigen Film „Rattle And Hum“ setzen U2 1988/1989 der amerikanischen Musik ein klingendes Denkmal – nicht nur unter Kritikerjubel. In Ost-Berlin beginnen 1990 die Aufnahmen zum Album „Achtung Baby“ (1991), welches die Band in die Neunziger Jahre hinüber geleiten soll. Der Sound wird runderneuert, an aktuelle Trends angepasst. Nach dem darauf folgenden Multimedia-Spektakel „Zoo TV Tour“ erscheint die LP „Zooropa“ (1993), die sich mit Techno-Elementen und elektronischen Effekten noch weiter vom ursprünglichen Stil entfernt. Eine Entwicklung, die sich mit „Pop“ (1997) und der „Popmart Tour“ weiter fortsetzt. Zur Enttäuschung vieler Fans angesichts der offenkundigen kommerziellen Überfrachtung des Unternehmens U2 bereiten starke Probleme mit Bonos Stimme weitere Schwierigkeiten. Der schrill kostümierte Sänger singt leise, fast brüchig; manche Parts übernimmt The Edge. „All You Can’t Leave Behind“ dokumentiert 2000 eine Rückbesinnung auf alte Werte ohne Schleifen und Schnörkel. 2004 erscheint als konsequente Fortsetzung unter gewaltigem Promotionaufwand „How To Dismantle An Atomic Bomb“. Die Single „Vertigo“ steigt – nicht zuletzt dank eines ipod-Werbespots – international hoch in die Charts ein. Die anschließende Welttournee nahm einmal mehr gigantische Aumaße an und wurde zum umfassenden wirtschaftlichen Erfolg. U2 waren im ersten Jahrzehnts des zweiten Jahrtausends schlicht die größte Rockband der Welt. Im Herbst 2006 erschien mit „18 Singles“ eine weitere Best-Of-Kopplung, die von einem aufwändig gestalteten Buch begleitet wurde.

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